Glaube und Naturwissenschaft - ein Widerspruch?
>Je mehr wir von der Natur entdecken, desto größer wird
Gott.<
Albert Einstein
Viele lehnen heute die Vorstellung ab, Gott als den Schöpfer aller Dinge anzunehmen, zumal durch die Evolutionstheorie der in meinen Augen völlig absurde Gedanke entstanden ist, man könne die Welt aus sich selbst heraus erklären. Das ist definitiv NICHT der Fall! Und das sage ich als ein Mensch, der zum einen ein großes Interesse an Naturwissenschaft hat, zum anderen zutiefst davon überzeugt ist, dass wir nur dann zu tragfähigen Aussagen kommen, wenn beide Disziplinen als sich gegenseitig ergänzend verstanden werden.
Was ist nun aber der Kern von Albert Einsteins Aussage?
Ich denke, dass das eine klare Absage an jene Vorstellung ist, Gott würde umso mehr an Bedeutung verlieren, je mehr wir entdecken. Genau das Gegenteil ist der Fall. Heute wissen wir enorm viel über den Aufbau der Materie, haben den genetischen Code der DNA entschlüsselt oder verstehen im Ansatz, wie Prozesse im Inneren einer Zelle funktionieren. Aber sollte uns das nicht umso mehr zum Staunen bringen darüber, wie groß Gott ist? Für mich steht ohne jeden Zweifel fest: Ohne einen Schöpfer ist die Schöpfung nicht zu denken!
Dazu muss eine atemberaubend hohe Intelligenz im Spiel gewesen sein. Es war Gottes Plan, ein Universum zu schaffen mit dem Ziel, dass auf einer winzigen Insel in den schier unendlichen Weiten des Weltalls Leben entstehen kann. Und er schuf uns, die wir als einzige Wesen fähig sind, die Frage nach dem Urgrund allen Seins zu stellen.
>Der erste Trunk aus dem Becher der Natur-wissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.<
Werner Heisenberg
Das geht in eine ähnliche Richtung wie das zuvor genannte Zitat von Albert Einstein. Wer beginnt, sich mit der Naturwissenschaft zu beschäftigen, in der von Gott bekanntlich ja nirgends die Rede ist, kommt womöglich zu der (wenn auch voreiligen) Schlussfolgerung, Gott existiere gar nicht. Letztlich kann einen naturwissenschaftliche Forschung aber durchaus auch zu Gott hinführen, denn je mehr man entdeckt, desto mehr kann man ins Staunen kommen! Irgendwann taucht unweigerlich die Frage auf: Ist diese hochgradig komplexe Ordnung nicht ein starkes Indiz für einen Planer?
>Wohin und wie weit wir also blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in den entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus (...) sondern sie ergänzen und bedingen einander. Gott steht für den Gläubigen am Anfang, für den Physiker am Ende allen Denkens.<
Max Planck
Was das Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft betrifft, ist hier nicht von einem Gegeneinander, sondern einem Miteinander auf Augenhöhe die Rede.
Jede der beiden Disziplinen hat einen anderen Blickwinkel auf dieselbe Sache. Während die Naturwissenschaft zum Beispiel Fragen nach dem Wann (z. B. „Wann ist das Universum entstanden?“) oder Wie (z. B. „Wie entstehen neue Sterne?“) beantworten kann, liefert der Glaube tragfähige Antworten, wenn es zum Beispiel um die Frage nach dem Wer (z. B. „Wer steht hinter dem Urknall?“) oder Wozu (z. B. „Wozu wurde das Universum erschaffen?“) geht.
Glaube und Naturwissenschaft liefern beide wichtige Erkenntnisse, um eine komplexe Wirklichkeit zu beschreiben.