Glaubensfragen, die immer wieder

gestellt werden

1

Warum starb Jesus?

Das ist eine der wichtigsten Glaubensfragen überhaupt. Denn das rechte Verständnis dafür, was dort am Kreuz geschah, ist die Grundlage unseres Glaubens!

Zunächst möchte ich darauf eingehen, was denn die "vordergründigen Fakten" waren, die Jesus ans Kreuz gebracht haben.

Jesus wurde zum Beispiel vorgeworfen, er breche das Sabbat-Gebot (Jesus hatte am Sabbat jemanden geheilt, und dies wurde ihm dann als Missachtung von Gottes Wort ausgelegt).

Eine weitere markante Situation: Jesus hat eines Tages in der Synagoge seines Heimatortes Nazareth über eine Stelle aus dem Alten Testament (Jesaja 61,1-2) gepredigt, in der vom Messias (von dem, der die Rettung bringt) die Rede ist. Als er dieses Wort schließlich auf sich selbst bezog, wollte ihn die versammelte Menge den Abhang des Berges hinunterstürzen (Lukas 4).

Nun aber der Hauptgrund: Jesus bekannte sich dazu, der Sohn Gottes zu sein, daher wurde er der Gotteslästerung bezichtigt.

Der Prozess, der vor der Kreuzigung Jesu stattfand, war ein Justizskandal sondergleichen und bemerkenswert ist, dass Pontius Pilatus zu dem Schluss kam: "Ich finde keine Schuld an ihm." (Johannes 19,6)

Dennoch wurde Jesus schließlich gekreuzigt, weil ein aufgehetzter Mob "Kreuzige ihn!" brüllte und Pilatus einen Aufstand befürchtete.

Nun kommen wir zum tieferen Verständnis des Kreuzestodes Jesu, somit zu einem Wechsel vom Warum zum Wozu.

Interessanterweise hat einer der Hohenpriester [Bezeichnung für das Oberhaupt des Hohen Rates, des höchsten Gremiums des damaligen Judentums], auch wenn ihm die Tragweite dessen, was er da von sich gab, nicht bewusst war, im Zuge einer Beschlussfassung zur Tötung Jesu (vgl. Joh 11) zu Protokoll gegeben, es sei besser, es sterbe einer für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe.

Tatsächlich traf er damit genau den Punkt: Dort am Kreuz nahm Jesus die Strafe für die Sünde (die in letzter Konsequenz die Trennung von Gott zur Folge hat!) auf sich.

Jesus starb dort an unserer Stelle! Mit dem Ziel, uns mit Gott zu versöhnen. Weil Jesus starb, steht uns der Weg zum Vaterhaus offen, zum Frieden mit Gott, wie es in Jesaja 53,4-5 heißt.

Dieses Bibelwort möchte ich an das Ende dieser Ausführungen stellen.

>Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.<

2

Ist Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden?

Für die Auferstehung Jesu gibt es eindeutige Indizien. Zum einen: Das Grab war leer. Ein Leichnam Jesu wurde nie gefunden.

Weiter ist zu sagen: Die ersten Christen, die von Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus berichtet hatten, waren bereit, für diese Wahrheit sogar in den Tod zu gehen! (Wer würde wohl für eine Lüge in den Tod gehen?)

Absolut bemerkenswert ist die radikale Veränderung, die sich bei den Jüngern Jesu eingestellt hatte: Aus desillusionierten und verängstigten Menschen wurden mutige Bekenner des christlichen Glaubens!

Letztlich geht es hier um die Frage: Kann ich glauben, dass Jesus Gottes Sohn ist? Kann ich seinem Wort vertrauen, in welchem er zum Beispiel spricht: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt." (Joh 11,25)?)?

Zur Auferstehung Jesu, die als das "bestbezeugte Ereignis der Antike" bezeichnet werden kann, möchte ich noch etwas ganz Entscheidendes anmerken (weil das vielfach missverstanden wird!): Sie ist NICHT die "Umkehrung einer Niederlage" [nämlich dessen, was am Kreuz geschah], sondern vielmehr die Bestätigung jenes Sieges Jesu über "Sünde, Tod und Teufel". Und sie zeigt uns, dass auch wir (sofern wir uns die Versöhnung schenken lassen, die Jesus uns anbietet!) bestimmt sind zu ewigem Leben.

3

War Maria tatsächlich Jungfrau, als sie mit Jesus schwanger wurde?


Gemäß dem Zeugnis der Bibel wurde Maria schwanger, weil der Heilige Geist (die dritte Person des dreieinigen Gottes) das in ihr bewirkt hatte. Eben jener Geist, von dem es am Anfang der Bibel heißt, dass er "auf dem Wasser schwebte" (vgl. 1. Mose [auch: Genesis] 1,2).

Im Apostolischen Glaubensbekenntnis heißt es eindeutig „geboren von der Jungfrau Maria“.

Den Hinweis, man könne an der Stelle Lukas 1,27 auch mit „junge Frau“ übersetzen, halte ich für nicht überzeugend.

Das wird dem nicht gerecht, der da geboren werden sollte, nämlich der, den man einmal mit der Formulierung „wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich“ beschreiben würde.

Für mich ist das Wunder, dass da an Maria geschah, im Grunde nicht größer als jenes: dass aus dieser auf einzigartige Weise befruchteten Eizelle jenes Kind in der Krippe wurde, das wir jedes Jahr aufs Neue bestaunen und feiern.

Albert Einstein hat einmal gesagt: „Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. Ich glaube an Letzteres“.

4

Hat Jesus tatsächlich Wunder vollbracht?


Zunächst ein paar Beispiele aus den Berichten der vier Evangelien, damit klar wird, wovon wir reden: Jesus hat z. B. Wasser in Wein verwandelt, er hat einen Sturm gestillt, er hat Kranke geheilt (Lahme, Blinde, Aussätzige...) und sogar Tote auferweckt.

Manche meinen, so etwas nicht glauben zu können, weil das (angeblich) die „Naturgesetze durchbreche“. Das ist aber keineswegs der Fall. Naturgesetze zeigen uns, wie sich Dinge "im Normalfall" verhalten. Die Gesetze der Physik, zum Beispiel die der Newtonschen Mechanik, scheinen allumfassende Gültigkeit zu haben. Ein Apfel fällt vom Baum, wegen der Gravitation der Erde [das halten wir für selbstverständlich, doch im Grunde verstehen wir gar nicht, warum es diese geheimnisvolle Kraft gibt, was sie verursacht]. Aber die Gesetze, die wir auf "unserer Beobachtungsebene" wahrnehmen und beschreiben, sogar in Formeln packen können, gelten plötzlich nicht mehr, wenn wir uns in die Quantenwelt begeben. Da ist plötzlich nichts mehr vorhersagbar!

Wir verstehen von der Wirklichkeit viel zu wenig, um Aussagen darüber machen zu können, was möglich ist, und was nicht!

Statt davon zu reden, Wunder würden den Naturgesetzen widersprechen, sollte man lieber sagen: Wunder durchbrechen die Gesetze unserer Erfahrung.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es auch heute Berichte von Wundern gibt. Der Film „Himmelskind" (sehr zu empfehlen, derzeit auch auf Netflix zu finden) handelt von einem schwer kranken Mädchen. Als sie eines Tages von einem langen Krankenhausaufenthalt (leider nicht gesund entlassen!) nach Hause kommt, geht sie mit ihren Geschwistern spielen, klettert zusammen mit der älteren Schwester auf einen hohen, innen bereits hohlen Baum. Da bricht plötzlich ein Ast und sie fällt mit dem Kopf voraus in den Baum - neun Meter tief.

Sie muss tot sein, zumindest aufs Schlimmste verletzt, so konnte man vermuten. Als die Rettungskräfte nach schwieriger Mission das Kind bergen konnten, wird sie mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Dort wird festgestellt: Sie ist so gut wie unverletzt!

Später wird auch klar, dass sie plötzlich von ihrer Krankheit geheilt ist. Das Mädchen berichtet ihren Eltern eines Tages, während der Zeit ihrer Bergung im Himmel gewesen zu sein.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit - echt sehenswert!

Jesu Wunder waren Zeichenhandlungen, sie dienten keineswegs dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das merkt man zum Beispiel in jener Situation kurz vor seiner Kreuzigung, als König Herodes (zu diesem war er von Pontius Pilatus geschickt worden, der „den Fall Jesus“ gerne abgegeben hätte) ihn bat, ein Wunder vor ihm zu tun. Oder als die Menschen dem gekreuzigten Jesus zuriefen, er habe anderen geholfen (interessant, dass sogar seine Gegner seine Wunder anerkannten!) und solle doch nun auch sich selbst helfen und vom Kreuz herabsteigen. Da blieb Jesus stumm!

Seine Wunder waren Zeichenhandlungen, und zwar in der Weise, dass sie zeigten: das Reich Gottes ist mit Jesus im Anbruch, und hier erleben wir die Erfüllung alttestamentlicher Prophetie (vgl. Jesaja 35,5-6).

5

Glauben wir an drei Götter?


Nein, definitiv nicht! Gott begegnet uns aber in drei Personen: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. „Gott ist Einer in Drei“ - so könnte man sagen. Versuchen wir, uns an dieses Geheimnis etwas näher heranzutasten.

Sehr gerne wird zum Beispiel das Bild von einem Baum verwendet, der aus Wurzel, Stamm und Krone besteht. Diese Teile sind voneinander zu unterscheiden, bilden aber dennoch eine Einheit.

Oder ein anderer Vergleich.

Dazu begeben wir uns in die Welt der kleinsten Teilchen, sehen uns zum Beispiel den Atomkern genauer an. Er besteht aus Protonen und Neutronen (außer bei Wasserstoff, dessen Atomkern enthält nur ein Proton, wobei es auch hier eine Ausnahme gibt: der Atomkern des „schweren“ Wasserstoffs, Deuterium oder Tritium, besteht aus zwei bzw. drei Kernbausteinen). Die Elementarteilchen, Protonen und Neutronen also, bestehen wiederum aus noch kleineren Teilchen, den so genannten Quarks. Das Interessante ist nun, dass immer drei davon ein Elementarteilchen bilden. Ist da auf der „untersten Ebene der Materie“ gewissermaßen die „Handschrift Gottes“ abzulesen?

Nach diesem Versuch, Bilder für die Dreieinigkeit zu finden (die nur als Denkanstoß verstanden werden sollen), nun ein paar biblische Aussagen, die zeigen sollen: Es macht Sinn, von Einheit und Verschiedenheit gleichermaßen zu sprechen, wenn es um die drei Personen des einen Gottes geht.

  • Jesus sagte einmal: „Ich und der Vater sind eins.“ (Joh 10,30) oder „Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ (Joh 14,10) - Das ist der beste biblische Beleg für die Einheit zwischen Vater und Sohn. Diese Einheit besteht im Übrigen durch den Heiligen Geist.
  • Jesus betete zu seinem Vater im Himmel. - Das setzt ja voraus, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Vater und dem Sohn, dass da ein Gegenüber ist.
  • Jesus kündigte seinen Jüngern kurz vor seinem Tod am Kreuz an, er werde ihnen den Heiligen Geist senden, der ihnen eine neuartige Gemeinschaft mit ihm ermöglichen werde.

Ich denke, mit der Lehre von der Dreieinigkeit Gottes ist es letztlich wie mit der Quantenphysik, man kann sie nicht wirklich verstehen, sich dem Ganzen nur annähern.

6

Wer ist der Heilige Geist?


Zunächst sei deutlich gemacht: Er ist eine Person! Die dritte Person des dreieinigen Gottes. Zugegeben jene Person, mit der die meisten recht wenig anfangen können, obwohl sie so wichtig ist!

Der Heilige Geist wird in der Bibel in Bildern beschrieben, zum Beispiel als weiße Taube (nämlich in der Erzählung von der Taufe Jesu, in welcher erwähnt wird, dass der Geist Gottes "in Gestalt einer Taube" auf Jesus herabkam) oder als Feuer (Darstellung jenes ersten Pfingst-Ereignisses nach dem Bericht der Apostelgeschichte).

Der Heilige Geist taucht aber nicht erst im Neuen Testament auf. Schon ganz am Anfang der Bibel (1. Mose 1,2) ist vom Schöpfergeist die Rede, der "über dem Wasser schwebt".

Jesus hat vor seiner Himmelfahrt davon gesprochen, seinen Nachfolgern den Heiligen Geist senden zu wollen, der sie in alle Wahrheit führen werde. Durch den Heiligen Geist ist Gemeinschaft mit Jesus möglich, auch wenn er nicht mehr sichtbar da ist! Ohne den Heiligen Geist kann man nicht glauben, dass Jesus der HERR ist! Der Heilige Geist offenbart uns diese göttliche Wahrheit. Daran merkt man, dass er keine "Zusatzoption", sondern unverzichtbar ist!

Paulus beschreibt sehr eindrücklich, welche Auswirkungen der Heilige Geist im Leben eines Christen haben wird, wenn man bereit ist, sich seinem Wirken zu öffnen. Er spricht von "Früchten des Geistes" (Liebe, Geduld, Sanftmut...), die uns schrittweise voranbringen auf dem Weg, den die Bibel "Heiligung" nennt. Jenes Verwandelt-Werden ist genau das, worauf es in der Nachfolge Jesu ankommt!

Jesus hat zu der Frage, wie man denn den Heiligen Geist bekommen kann, einmal einen, wie ich finde, ziemlich humorvollen Vergleich  (nachzulesen in Lukas 11) gezogen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, ob ein Vater seinem Sohn, der ihn um einen Fisch bzw. ein Ei bittet, dafür eine Schlange bzw. einen Skorpion anbieten würde. Das Ganze mündet dann in die Aussage (Lukas 11,13) : 

>Wenn nun ihr, die ihr böse [gemeint ist hier in zugespitzter Form: nicht frei von Sünde; erlösungsbedürftig] seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!<

Bitten wir Gott also um diese Gabe. Sie wird unser Leben reich machen!

7

Schöpfung oder Evolution?



Dass Evolution im Gange ist, sieht man zum Beispiel daran, dass sich aus dem Wolf heute die verschiedensten Hunderassen entwickelt haben. Und der Prozess geht weiter. Das ist darauf zurückzuführen, dass durch die Erbinformation (die bekanntlich auf jenem Riesenmolekül namens DNS bzw. DNA abgespeichert ist) zum einen eine gewisse Bandbreite an Variabilität möglich ist, andererseits bei der Fortpflanzung immer wieder neue Kombinationen entstehen können.

Mit einer Höherentwicklung, wie sie die Evolutionslehre postuliert, hat das aber nichts zu tun! Die Evolutionslehre kann nur eine "horizontale Evolution" (Mikroevolution) erklären, nicht eine "vertikale Evolution" (Makroevolution) im Sinne einer Höherentwicklung.

Vor allem fehlt der Nachweis, wie aus unbelebter Materie Leben entstanden sein soll. Damit auch nur eine einzige Zelle entstehen kann, ist eine ungeheure Menge an Information nötig. Und Information entsteht nicht durch Zufall!

Die Naturwissenschaft müsste hier ehrlich sein und die Sache offen lassen, sonst überschreitet sie ihre Kompetenz.

Wenn man sich die hochkomplexe Ordnung ansieht, die in der Natur vorzufinden ist, liegt es viel näher, einen Planer hinter all dem zu vermuten, als hier den Zufall und sehr lange Zeiträume (die das Unmögliche möglich machen sollen) als Argumente vorzubringen!

8

Was ist mit ewigem Leben gemeint?



Unendlichkeit können wir uns im Grunde gar nicht vorstellen. Dennoch tragen wir (auch wenn uns das nicht immer bewusst ist) eine Vorahnung davon in uns, dass mit dem Tod nicht "alles aus" ist.

"Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt" steht in Prediger [ein Buch des AT] 3,11.

Wir sind für die Ewigkeit bestimmt! Doch was ist das?

Zum einen eine "Zeit", die nie endet. Zum anderen ist mit dem Begriff "ewiges Leben" eine Lebensqualität gemeint, die unüberbietbar ist.

In Gottes Ewigkeit gibt es gemäß der Botschaft der Bibel kein Leid, keinen Schmerz, keine Krankheit, keinen Tod, nichts Böses.

Jesus hat in seiner Verkündigung vom "Reich Gottes" gesprochen, gegenüber Pontius Pilatus erwähnt er, sein Reich sei "nicht von dieser Welt" (vgl. Joh 18,36). Jesus hat in seinen Gleichnis-Erzählungen oft von diesem Reich gesprochen, dass es mit ihm bereits im Anbruch sei (und ja, wir können auch hier auf Erden gelegentlich ein "Stück Himmel" erleben!). Dann lehrte er seine Jünger beten. In dem so bekannten "Vaterunser" heißt es "Dein Reich komme!", und so bitten wir um dessen Vollendung. Diese wird aber definitiv erst nach unserem Tod für uns sichtbar werden.

Das Entscheidende ist, sich in diesem Leben (ich behaupte, dass das der wesentliche Sinn unseres Daseins ist!) auf die Ewigkeit vorzubereiten. In Gottes ewigem Reich werden einmal die zu Gast sein, die eine Entscheidung für Jesus getroffen haben...

9

Warum gibt es Leid?



Das ist nun mit eine der schwierigsten Fragen. In der Theologie spricht man hier von der so genannten "Theodizee-Frage", gemeint: der Frage der Rechtfertigung [wieder so ein schwieriger Begriff; einfacher formuliert: Ist es gerechtfertigt, einen allmächtigen Gott anzunehmen, obwohl es Leid gibt?] Gottes angesichts des Leids in der Welt.

Hierzu möchte ich gleich vorneweg klar sagen: Es gibt auf diese Frage keine abschließende Antwort! Aber es gibt eine Reihe von Denkanstößen, die es uns erlauben, uns einer Beantwortung zumindest anzunähern.

> Diese Welt ist eine von Gott zu unterscheidende Welt und deshalb endlich und unvollkommen.

> Könnten wir das Positive im Leben (Wohlergehen, Gesundheit...) überhaupt spüren und schätzen, wenn wir nicht auch die Kehrseite (Schmerzen, Leid...) kennen würden?

> Der Mensch hat die Wahlfreiheit zwischen Gut und Böse. Das meiste Leid in der Welt ist vom Menschen selbst verursacht! Hätte Gott somit darauf verzichten sollen, diesem Planeten jene Wesen zuzugesellen, die mitunter dazu neigen, sich untereinander zu hassen und gegeneinander Krieg zu führen?
> Gerade im Leid sind viele Menschen dem Sinn des Lebens begegnet. Erst als es plötzlich nicht mehr weiterging, sind sie zum Nachdenken über die wirklich wichtigen Fragen gekommen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wozu lebe ich?
> Gott erweist seine Liebe zu uns gerade (auch) darin, dass er uns im Leid nahe ist. Mein Lieblingsvers dazu ist jenes Wort aus Psalm 23,4:

"Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich."

Es erschließt sich uns in der Regel erst im Nachhinein, dass Leid auch einen tieferen Sinn haben kann. Ich habe das schmerzlich erleben müssen, als ich in eine schwere Krankheit fiel, in deren Folge vieles in meinem Leben zerbrochen ist. Diese furchtbare Zeit des Leids (für mich war es die Hölle!) hat mich zu dem geformt, der ich heute bin. Ich bin anders geworden in meinem Umgang mit anderen, habe so manches verloren, aber dafür anderes hinzugewonnen. Heute kann ich sagen: Gut, dass Gott es zugelassen hat!

Mit einem sehr schönen Gedanken möchte ich diesen kurzen Artikel abschließen:

Corrie ten Boom hat unser Leben einmal mit einem Teppich verglichen, an dem dauerhaft gewebt wird. Hier auf Erden können wir aber nur dessen Rückseite sehen. Überall Fäden, die heraushängen, nichts als ein scheinbar zusammenhangloses Wirrwarr. Nach unserem Tod werden wir aber die Vorderseite zu Gesicht bekommen, und da wird dann alles geordnet sein und wir dürfen ein wunderbares Muster erkennen...

10

Kann man der Bibel vertrauen?





Zunächst möchte ich etwas sagen zur Glaubwürdigkeit der uns vorliegenden Texte (damit hat sich die Textkritik lange genug beschäftigt!). Hier ist festzuhalten: Die Bibel nimmt unter den antiken Schriften eine absolut unangefochtene Stellung ein, und zwar im Blick auf die (extrem hohe!) Anzahl an Manuskripten, die uns vorliegen, und im Blick auf deren zeitliche Nähe zu den geschilderten Ereignissen.

Besonders interessant finde ich, dass die Bibel [sie ist eine Sammlung von insgesamt 66 Büchern, davon 39 im Alten Testament und 27 im Neuen Testament - geht man von der Luther-Bibel, revidierte Version von 1984, aus] trotz des sehr langen Zeitraums ihrer Entstehung (man kann etwa 1500 Jahre annehmen) und der Tatsache, dass etwa 40 Autoren an ihr beteiligt waren, einen roten Faden enthält. Ihre Kern-Botschaft ist die Liebe Gottes, die dem Verlorenen nachgeht.

Ich möchte noch mehr Argumente liefern:

Die Bibel ist einzigartig in ihrer Aktualität. Sie ist das einzige Buch der Welt, das von Menschen jedes Standes und jeden Alters gelesen wird.

Die Bibel ist einzigartig in ihrer Verbreitung. Sie wurde von mehr Menschen gelesen, in mehr Sprachen veröffentlicht und in größeren Mengen verkauft als jedes andere Buch der Welt.

Die Bibel ist einzigartig in der Art und Weise, wie sie die Jahrhunderte – gerade auch die Zeit, in der es noch nicht die heute selbstverständlichen Möglichkeiten der Vervielfältigung gegeben hat – überstanden hat.

Die Bibel ist einzigartig in ihrem literarischen Charakter. Sie ist eine Sammlung literarischer Meisterwerke, wobei zu bedenken ist, dass deren Schreiber oft ungelehrte Menschen waren.

Die Bibel ist einzigartig in ihrer Morallehre. Sie enthält Verhaltens-grundsätze, die in ihrer Tiefe unübertroffen sind.

Besonders hervorheben möchte ich abschließend, dass die Bibel auch einzigartig ist bzgl. ihrer großen Zahl an erfüllten Prophetien. Wenn man die Evangelien liest, begegnen einem immer wieder Formulierungen wie "damit die Schrift erfüllt würde", wobei damit Texte des Alten Testaments gemeint sind, in denen z. B. Details genannt werden wie dass um Jesu Gewand das Los geworfen werden würde, dass er durchbohrt werden würde oder dass ihm (was bei den Römern unüblich war!) nicht die Beine gebrochen werden würden. Sehr spannend, das alles mal nachzulesen!

Ob man der Bibel vertrauen kann, steht für mich völlig außer Frage!

Ich kann nur jedem raten: Lies dieses "Buch der Bücher" (am besten beginnt man mit dem Neuen Testament, z. B. mit dem Johannes-Evangelium), es wird Dein Leben verändern!

Noch so eine Besonderheit - die Bibel hat Kraft wie kein anderes Buch!

11

Gibt es den Teufel wirklich?





Die Botschaft der Bibel ist in der Frage eindeutig: Es gibt ihn! Er taucht ziemlich am Anfang der Bibel im Bild der bösen Schlange auf, die den Menschen dazu bringen möchte, aus der Harmonie mit Gott herauszufallen, was bekanntlich gelang. Im Leben Jesu tritt er auf, als Jesus nach seiner Taufe in die Wüste geführt wird. Der Plan des Teufels (der in der Bibel z. B. auch als "Durcheinanderbringer", "Fürst dieser Welt", der "Böse", "Satan" oder "Vater der Lüge" bezeichnet wird) war von Anfang an, das Erlösungswerk Jesu zunichte zu machen. Jesus widerstand jedoch allen Versuchungen und errang durch seinen Tod am Kreuz den entscheidenden Sieg über den Teufel.

(Falsch ist übrigens jene weit verbreitete Vorstellung, der Teufel sei so etwas wie der "Chef der Hölle". Vielmehr ist es so, dass der Teufel und alle Dämonen ein endgültiges Urteil finden werden durch die Verbannung in die Hölle, die Gott einst veranlassen wird.)

Schwierig ist die Frage nach der Herkunft des Bösen. Es gibt dazu in der Bibel nur Andeutungen. Es kann aber angenommen werden, dass er zunächst ein besonderer Licht-Engel (daher der Name Luzifer!) war, aber einen Aufstand gegen Gott inszenierte, in dessen Folge er (sowie seine "Komplizen") aus dem Himmel verbannt wurden.

Wie sollen wir dem Bösen begegnen?

Zunächst: Wer mit Jesus verbunden ist, hat keinen Grund, Angst vor ihm zu haben, denn er ist bereits besiegt (nur dass seine endgültige Vernichtung noch aussteht). Das oberste Gebot ihm gegenüber ist allerdings Wachsamkeit. "Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch", so rät uns die Bibel in Jakobus 4,7.

Noch eine Anmerkung: Die größte Gefahr im Blick auf den Bösen besteht darin, sich entweder so den "Dingen dieser Welt" (zum Beispiel dem Streben nach Macht oder Reichtum) zuzuwenden, dass für Gott kein Platz mehr ist im Leben (dann hat der Teufel schon gewonnen!) oder sich in widergöttliche Dinge zu verstricken. Darunter zählen z. B. Aberglaube oder Okkultismus. Solche Dinge sind Gott ein "Gräuel", so die Heilige Schrift - und das aus gutem Grund: Sie führen nämlich direkt ins Verderben!

12

Warum gibt es die Hölle?





In dem vorangehenden Artikel wurde bereits erläutert, dass die Hölle jener Ort ist, an den der Teufel am Ende der Zeit verbannt wird.

Leider wird die Hölle, auch wenn so mancher sich nicht viel dabei denken mag, gründlich missverstanden. "Ich geh mal in die Hölle", so lässt es sich mitunter vernehmen, "da ist es wenigstens schön warm." Auch wenn man in der Bibel keine ausführliche Lehre über die Hölle findet, so kann als gesichert angenommen werden, dass sie ein Ort kompletter Gottesferne sein wird. Ein Ort, an dem Liebe nicht mehr erfahrbar ist, an dem statt Licht Finsternis herrscht. Weiter will ich das gar nicht ausmalen! Jedenfalls: ein schrecklicher Ort! Da will doch nicht im Ernst jemand hin!

Meine Antwort auf die gestellte Frage lautet so: Die Hölle ist Gottes Zugeständnis an all jene, die sich seine entgegenkommende Liebe nicht schenken lassen möchten. Sie ist der Beleg dafür, wie ernst Gott es meint mit unserer Freiheit (uns nämlich zwischen Gut und Böse, zwischen Für und Gegen ihn zu entscheiden).

Schlagen wir Gottes Angebot der Versöhnung auf keinen Fall aus!